Die 55 efolgreichsten Geschäfts Modelle - zur Inspiration

gemäss einer Studie der Uni St. Gallen sind dies die 55 erfolgreichsten Geschäftsmodelle. Nimm sie als Inspiration zur Erweiterung deiner Idee, Selbstständigkeit oder was auch immer...


Geschäftsmodell #1 ADD-ON

– Separate Verrechnung von Extras


Das hauptsächliche Produkt wird bei diesem Modell vergleichsweise günstig verkauft. Allerdings gibt es viele Zusätze die den Gesamtumsatz pro Kunde in die Höhe treiben. Der Vorteil für den Kunden besteht darin, dass er nur das kauft was er wirklich haben will, und das darf dann auch gerne ein bisschen teurer sein.


Ryanair, eine irische Billigfluggesellschaft, verkauft die Flüge selbst sehr günstig. Wenn man allerdings während den Flügen etwas zu essen will, oder kurzfristig zusätzliches Gepäck bucht, wird das ganz schön teuer.



Geschäftsmodell #2 Affiliation

– Erfolg des Partners = eigener Erfolg


Bei diesem Modell vertreiben die Unternehmen ihre Produkte durch Affiliate-Partner. Das ermöglicht es dem Unternehmen durch die erfolgsbasierte Vergütung ein sehr effizientes (weil risikoarmes) Marketing zu betreiben. Außerdem öffnet es den Weg zu Kunden die das Unternehmen selbst vielleicht nie erreicht hätte.


Amazon, der größte Retailer der Welt, hat ein eigenes Affiliate-Programm durch welches ein großer Teil der Umsätze initiiert wird. Ein weiteres Beispiel für dieses Modell ist die Firma Teezily, dessen Infrastruktur du zum Aufbau deines Business mit relativ wenig Startkapital benutzen kannst.



Geschäftsmodell #3 Aikido

– Stärken des Gegners in Schwächen umwandeln


Das Aikido Modell entstammt einer Japanischen Kampfsportart und man versucht dabei mit einem ähnlichen Produkt aber einer ganz anderen Value-Proposition den Market zu erobern.


Mit diesem Modell lockt man vor allem die Kunden an die mit dem Mainstream nicht zufrieden sind.


Swatch, der schweizer Uhrenhersteller hat mit seinen moderat bepreisten Designeruhren genau dieses Modell verfolgt. Von der traditionellen Uhrenindustrie welche sich vor allem auf luxuriöse Uhrwerke mit edlen Metallen fokussiert hebt sich Swatch ganz klar ab. Die Uhren haben ein Gestell aus Plastik und sehen auch mit den grellen Farben nicht wie die typische 0815 Uhr aus.



Geschäftsmodell #4 Auktion

– Drei, zwei, eins…meins


Auktionen sind ein sehr altes aber durch das Internet revolutioniertes System. Der höchstbietende bekommt das Produkt und zwar egal zu welchem Preis.


Das Unternehmen eBay wurde mit diesem Ansatz zu einem der größten Online-Marktplätze der Welt. Oder anders gesagt: Zu einem Unternehmen mit einem Umsatz von 8,6 Milliarden US-Dollar im Jahr 2016.



Geschäftsmodell #5 Barter

– Kuppelprodukte als Zugabe


Bei dem Barter Modell zahlt der Kunde nicht mit Geld sondern einer anderen Leistung die für das jeweilige Unternehmen von Wert ist. Diese Leistung muss nicht immer direkt sein, so kann das Barter Modell zB auch als Marketinginstrument genutzt werden.


Ein gutes Beispiel ist Procter & Gamble, einer der größten US-amerikanischen Konzerne mit unzähligen Milliardenmarken. Die Windelmarke des Unternehmens “Pampers” hat anfangs unter anderem mit kostenlosen Artikeln an Geburtsstationen geworben. Dieses Konzept beruht auf Reziprozität, die du zum Beispiel zum Networking oder Menschen manipulieren verwenden kannst.



Geschäftsmodell #6 Cash Machine

– Liquidität durch negatives Umlaufvermögen


Bei diesem Modell kauft der Kunde die Produkte bevor das Unternehmen die Produkte überhaupt selbst besitzt.


Amazon ist die wohl populärste Cash-Maschine, und auch wenn das Unternehmen mittlerweile Lager mit Produkten hat, so werden viele der Artikel durch ein On-Demand-System verkauft. Wenn du also bei Amazon ein physisches Buch kaufst welches über Amazon verlegt wurde, wird selbiges erst gedruckt, nachdem du es gekauft hast. Ein weiteres Beispiel für dieses Geschäftsmodell ist Dropshipping, bei dem ähnlich vorgegangen wird.



Geschäftsmodell #7 Cross Selling

– Zwei Fliegen mit einer Klappe


Bei diesem Modell wird der Kunde direkt während dem Kauf eines Produktes zum Kauf von anderen Produkten motiviert die gar nichts mit dem ursprünglichen Produkt zu tun haben.


Ein bekanntes Beispiel ist das Unternehmen Tchibo, eines der größten deutschen international tätigen Konsumgüter- und Einzelhandelsunternehmen. Wenn ich in einen Laden von Tchibo gehe um mir eine Packung Kaffee zu kaufen erwarten mich viele weitere spannende Produkte wie Sportkleidung oder Küchengeräte. Der Kauf von einem Produkt ist also die Verkaufsstrategie für das nächste Produkt. Das ermöglicht zum Teil einen profitablen ersten Kontakt, erhöht aber auf jeden Fall den Customer-Lifetime-Value.



Geschäftsmodell #8 Crowdfunding

– Schwarmfinanzierung


Bei diesem Modell, welches den meisten von euch ohnehin bekannt ist, wird ein Produkt oder eine Dienstleistungen durch viele einzelne Investoren finanziert die sich für das Produkt interessieren. Allerdings investieren sie nicht für Anteile oder Geld sondern weil sie das Produkt selbst benutzen möchten.


Pebble Technology ist ein Musterbeispiel für ein Unternehmen, das sich nur mit Crowdfunding finanziert hat. Als das Unternehmen 2009 eine Crowdfunding Anzeige für einen Betrag von 100.000 $ für eine Smartwatch ausstellte, hatte es innerhalb von zwei Stunden zehn Millionen Dollar Funding auf dem Konto.



Geschäftsmodell #9 Crowdsourcing

– Schwarmauslagerung


Eine Methode die vor allem durch das Internet und die globale Vernetzung an immer mehr Bedeutung gewinnt ist das Crowdsourcing. Bei diesem Modell wenden sich Unternehmen mit Problemen an die eigenen Kunden bzw. andere Interessierte. Diese werden für die Lösung dieses Problems meist etwas belohnt, wobei es oft auch so ist, dass es einen großen Preis gibt den der Teilnehmer mit der besten Lösung bekommt.


Netflix, der US-amerikanische Streamingservice, stellte einen Preis von einer Millionen US-Dollar für den Teilnehmer aus, der die Genauigkeit des Netflix Algorithmus um 10% verbessern kann. Wobei mit Algorithmus die Methode hinter der Empfehlung von neuen Filmen an die Kunden gemeint ist. Für das Unternehmens ist eine derartig Verbesserung natürlich viel mehr wert als 100.000.000 Dollar. Übrigens konnte tatsächlich ein Team den Algorithmus um 10,6 % verbessern.



Geschäftsmodell #10 Customer Loyalty

– Anreize für lange Treue


Kunden werden durch Anreize für langfristige Treue dazu geführt dem Unternehmen – wie der Name schon sagt – lange treu zu bleiben. Das macht man bspw. dadurch, dass man dem Kunden ab einer gewissen Anzahl an Käufen oder nach ein paar Jahren mit “Geschenken” belohnt.


Die Lufthansa hat dieses Modell – genau wie die meisten anderen Fluglinien – durch das sogenannte Miles & More Programm umgesetzt. Für jede Meile die man fliegt bekommt man also Punkte und diese Punkte kann man am Ende jeder Saison einlösen.

Dafür bekommt man oft kleinere Aufmerksamkeiten, doch wenn mans sehr viel fliegt kann sich auch einmal ein gratis Flug ergeben.



Geschäftsmodell #11 Digitalization

– Digitalisierung physischer Produkte


Digitalisierung ist ein nahezu selbsterklärendes Geschäftsmodell und auch jenes welches im letzten Jahrzehnt unzählige sehr große Unternehmen hervorgebracht hat. Amazon hat bspw. das Einzelhandelsgeschäft digitalisiert, die E-Mail die normale Post und Wikipedia traditionelle Enzyklopedien. Ein sehr aktuelles Beispiel ist die Bankenwelt, die gerade von der Blockchain-Technologie revolutioniert wird. Welche Branche wurde noch nicht (ausreichend) digitalisiert?


Ein gutes aktuelles Beispiel für die Digitalisierung einer Branche, die gewöhnlich eher offline angesiedelt war, ist die Buchhaltung.



Geschäftsmodell #12 Direct Selling

– Auslassen von Zwischenhändlern


Ein Modell, welches vor allem in den letzten Jahren immer mehr Anklang findet, ist das Direct Selling, bei dem die Unternehmen den Großhändler als auch den Einzelhändler ausschalten und direkt an den Konsumenten verkaufen. Was günstigere Preise für den Kunden und eine bessere Beziehung zwischen Unternehmen und Kunde zur Folge hat.

Vor allem wenn du Podcast-Hörer bist, hast du bestimmt schon einmal von dem Start Up „Casper“ gehört – einem sehr innovativen US-amerikanischen Matratzenhersteller, der nicht wie üblich über Traditionelle Matratzenläden verkauft, sondern direkt über den eigenen Online-Shop an die Konsumenten.



Geschäftsmodell #13 E-Commerce

– Transparenz und Kostenreduktion durch Online-Handel


E-Commerce, oder auch die Digitalisierung des Handels, ermöglicht es den Händlern Kosten zu senken, was schlussendlich zu geringen Preisen für den Kunden führt. Zusätzlich bietet das Modell noch eine breitere Auswahl für den Kunden und verringert die Eintrittsbarrieren so das man auch schon mit wenig Geld im E-Commerce aktiv werden (kann was im traditionellen Handel eher schwieriger ist).


Wenn wir über E-Commerce reden kommen wir natürlich an Zappos nicht vorbei. Dabei handelt es sich um ein US-amerikanisches E-Commerce Unternehmen, welches sich auf den Verkauf von Schuhen und Mode spezialisiert und 2009 für 850 Millionen US-Dollar von Amazon gekauft wurde.



Geschäftsmodell #14 Experience Selling

– Emotionalisierung von Produkten


Dieses Modell könnte man auch einfach als Brand-Building also Markenaufbau bezeichnen.


Kunden verkaufen nämlich nicht nur ein Produkt oder eine Dienstleistung, sondern Marken und Erlebnisse.


Als bestes Beispiel kann man Red Bull heranziehen. Das österreichische Unternehmen, welches Energy-Drinks herstellt und sich noch in Gründerbesitz befindet, hat es durch sehr intelligentes Marketing geschafft eine Marke wenn nicht sogar einen Lifestyle aufzubauen. Wenn man also Red Bull kauft, kauft man kein wahnsinnig gutes Getränk sondern ein Erlebnis – und das versteht man unter Experience Selling.



Geschäftsmodell #15 Flatrate

– Unlimitierter Konsum zum Festpreis


Bei diesem Modell zahlt man eine fixe Gebühr für ein Produkt und kann dieses Produkt dafür unbegrenzt nutzen. Der Nutzer kann dabei von den geringen regelmäßigen Kosten und ständigen Verbesserungen und Erweiterungen profitieren während das Unternehmen sich über den konstanten Umsatz freut.


Dieses Modell wird vor allem im Zuge der Digitalisierung immer relevanter und beispielsweise setzt der Softwareanbieter Adobe dieses Modell mit Produkten wie Photoshop, InDesign, Illustrator, Premiere Pro und vielem mehr dieses Geschäftsmodell um.



Geschäftsmodell #16 Fractionalized Ownership

– Effizienter Nutzen durch Teileigentum


Bei diesem Modell des geteilten Eigentums steht das Prinzip der Effizienz im Mittelpunkt. Viele der Vermögenswerte die ein Unternehmen besitzt, wie Lieferwagen, Ladengeschäfte usw. sind oft mehrere Stunden oder gar Tage ungenutzt. Aber nicht nur Unternehmen sondern auch Private Konsumenten besitzen oft Dinge die oft sehr lange ungenutzt herumstehen. Vor allem wenn diese Vermögenswerte dann sehr teuer sind macht es natürlich Sinn sie zu teilen, so dass jeder sie verwenden kann wenn sie beim anderen gerade nur herumstehen.


Eine Gruppe von passionierten Autoliebhabern startete 2005 das Unternehmen ecuire25 in Großbritannien. Das Prinzip hinter dem Unternehmen: Keiner muss die hohen Kosten für die Anschaffung eines Lamborghinis, Bugattis oder Ferraris selbst in die Hand nehmen.


Die Mitglieder zahlen in den lokalen Klubs eine monatliche Gebühr die es ihnen erlaubt sich ein Luxusauto für einige Tage auszuleihen – wobei die Anzahl der Tage von der Höhe des Beitrages abhängt.


Die Mitglieder haben den Vorteil nicht das ganze Geld für das Auto aufbringen zu müssen, und haben auch nicht die Aufgabe das Auto in die Werkstatt zu bringen und instand zu halten, da das alles ecuire25 übernimmt.


Um in den Klub zu kommen zahlt man eine anfängliche Gebühr zwischen $15,000 und $100,000 sowie eine monatliche Gebühr zwischen $1,800 und $2,500.



Geschäftsmodell #17 Franchising

– Einer für alle, alle für einen


Bei diesem Modell gibt es den Franchisegeber, welcher eine Marke und ein Produkt besitzt. Diese Marke bzw. die Rechte sie benutzen zu dürfen werden an den Franchisenehmer – in der Regel gegen eine Franchisegebühr – übergeben. So kann das Unternehmen sein eigenes Risiko senken und selbst recht kapitalintensive Risiken können schnell skalieren.


Franchising ist ein altbekanntes, doch auch altbewährtes System, von Mcdonalds bis zu StarBucks werden immer wieder riesige Konzerne auf einem Franchise-Modell aufgebaut. Auch wenn es sehr einfach und verlockend klingt, gibt es beim Franchising doch einiges zu beachten.



Geschäftsmodell #18 Freemium

– Freie Basis- und kostenpflichtige Premiumversion


Beim Freemium Modell, welches in der Regel nur bei Software-Applikationen angewendet wird, ist die Grundversion kostenlos. Diese hat in der Regel ein recht umfangreiches Funktionspaket, ist aber vor allem bei professioneller Nutzung etwas zu abgespeckt.


Genau für dieses Nutzer gibt es dann eine kostenpflichtige Premiumversion welche ein allumfassendes Funktionspaket aufweist.


Vor allem bei Apps & Softwareprodukten ist dieses Modell sehr beliebt, da die Nutzer grundsätzlich nur sehr ungern für Apps zahlen. Ein sehr bekanntes Beispiel für ein derartiges Modell ist LinkedIN das soziale Netzwerk für professionelle Kontakte ist grundsätzlich gratis. Wenn man allerdings sehen will wer bspw. das eigene Profil besucht hat – dann muss man zahlen.



Geschäftsmodell #19 From Push to Pull

– Kundensog als Zentrum der Wertschöpfungsgestaltung


Bei diesem Konzept geht es darum die Dezentralisierung zu nutzen um eine höhere Zentralisierung zu erreichen. Die Entscheidungen des Unternehmens werden dezentralisiert um flexiblere Prozesse zu erreichen und schneller auf die Kunden reagieren zu können. Durch die Dezentralisierung der Entscheidungen wird der Kunde also in den Mittelpunkt gestellt – zentralisiert.


Bershka, ein Bekleidungshändler und eines der Unternehmen des reichsten Europäers und seiner Firma Inditex arbeitet sehr intensiv mit dem Push to Pull Modell. So reagiert es wahnsinnig schnell auf neue Trends in der Branche um so immer das zu bieten, was die Kunden gerade als trendig empfinden. Bershka hat dieses Modell perfektioniert und schafft es immer wieder neue Trends vor allen anderen zu erkennen und damit zu nutzen, was die Kette so erfolgreich macht.



Geschäftsmodell #20 Guaranteed Availability

– Gewährleistete Verfügbarkeit der Produkte


Jeder Unternehmer, ob Amazon-Händler oder Tischler weiß, wenn die Ressourcen die man für die eigene Arbeit benötigt nicht funktionieren hat man ein großes Problem. Und dabei ist es egal ob der Amazon-Account eines Amazon Händlers gesperrt wird oder die Maschine beim Tischler kaputt ist. Das kann oft sehr viel Geld kosten und so ziemlich jeder Unternehmer ist bereit für eine gewährleistete Verfügbarkeit der Ressourcen zu zahlen. Und hier kommt das Guaranteed Availability Modell ins Spiel.


Dabei zahlt man nicht nur das Produkt selbst sondern auch die ständige Instandhaltung. Für den Kunden bedeutet das weniger Aufwand und für das Unternehmen selbst regelmäßiger Umsatz.


Der schweizer Konzern ABB, welcher zu den führenden Unternehmen in der Energie- und Automatisierungstechnik zählt, hat dieses Modell in seinem Geschäftsbereich Turbo Systems angewandt. Das Unternehmen bietet dabei Turbolader für Diesel- und Gasmotoren, welche bspw. auf Schiffen, in Kraftwerken und auf Generatoren, auf Diesel-Lokomotiven sowie auf großen geländegängigen Minen- und Baufahrzeugen im Einsatz sind. Wenn diese Turbolader ausfallen haben die Kunden ein großes Problem, und sind daher auch bereit einen ordentlichen Preis für die Instandhaltung zu zahlen. Deshalb liegt es für das Unternehmen nahe dieses Modell anzuwenden.



Geschäftsmodell #21 Hidden Revenue

– Trennung von Einkünften und Kunde


Bei diesem Modell wird die Theorie, dass derjenige, der das Produkt nutzt auch für die Umsätze des Unternehmens sorgt, widerlegt. Die Nutzer des Produktes sind nämlich nicht die wirklichen Kunden sondern das wahre Produkt.


Dieses Modell wird aktuell von dem zweitgrößten Unternehmen dieser Welt und zwar Alphabet (bzw. Google) umgesetzt. Die Nutzer von Google sind alle die in der Google Suchmaschine etwas suchen oder eines der anderen Google-Produkte nutzen. Die Daten dieser Nutzer (also die Nutzer selbst) sind das Produkt, durch das das Unternehmen Umsatz generiert – was bei Google hauptsächlich durch Marketing passiert.



Geschäftsmodell #22 Ingredient Branding

– Marke in der Marke


Ein sehr spannendes, wenn auch etwas unbekannteres Modell stellt das Ingredient Branding dar. Viele Produkte, vor allem in der Technologie, bestehen aus vielen einzelnen Teilen. Oft stammen viele der Teile gar nicht vom eigentlichen Produzenten, welcher diese nämlich in der Regel nur zukauft.


Wenn er nun sehr hochqualitative Teile von Unternehmen zukauft welche selbst Marken sind, kann er sein Produkt damit bewerben dieses und jenes Bestandteil von Marke XYZ zu haben, wodurch der Kunde das Produkt als sehr hochqualitativ einschätzt.


Bestimmt ist die schon einmal aufgefallen, dass bei vielen Werbungen in Bezug auf Laptops oder Tablets damit geworben wird, welchen Intel-Prozessor diese enthalten. Das liegt daran, dass der US-amerikanische Halbleiterhersteller mit seinen knapp 100.000 Mitarbeitern selbst eine Marke ist welche von Konsumenten sehr positiv gesehen wird.



Geschäftsmodell #23 Integrator

– Mehrwert durch Integration


Bei diesem Modell sagen die Unternehmen dem Outsourcing den Kampf an und integrieren alle Teile der Wertschöpfungskette in das eigene Unternehmen ein. Das kann bei der richtigen Umsetzung zu Effizienzsteigerungen, besseren Kontrollmöglichkeiten und mehr Flexibilität führen.


Ein bekanntes Beispiel ist das spanische Textilhandelsunternehmen Inditex, durch welches Amancio Ortega Gaona zum reichsten Menschen Europas und dem zweitreichsten Menschen der Welt wurde. Zu Inditex gehören Unternehmen wie Zara oder Bershka und das Unternehmen übernimmt von der Produktion bis hin zum Verkauf alles selbst.



Geschäftsmodell #24 Layer Player

– Der Schichtenspezialist


Jede Wertschöpfungskette besteht aus verschiedenen Teilen bzw. Schichten. Ein Schichtenspezialist ist ein Unternehmen welches eine Schicht außerordentlich gut beherrscht und diese in ganz vielen Industrien und verschiedensten Wertschöpfungsketten anwendet. Das führt dazu, dass das Unternehmen zum einen aufgrund von Skalierunsgeffekten sehr viel effizienter wird und die Gesamtqualität der Wertschöpfung aufgrund der hohen Qualität dieser einen Schicht ansteigt.


PayPal ist ein wahrer Schichtenspezialist und kümmert sich in den verschiedensten Industrien um die Schicht der Zahlungsabwicklung.



Geschäftsmodell #25 Leverage Customer Data

– Mehrseitige Nutzung der Kundendaten


Der Wert wird durch das Ansammeln von Nutzerdaten und der Aufbereitung dieser für internen Nutzen oder interessierte Drittparteien.


Umsätze werden in der Regel durch den Verkauf dieser Daten an Drittparteien erzielt. Teilweise werden die Daten auch nur intern genutzt um bessere Werbung zu schalten.

Das wohl bekannteste Unternehmen mit einem derartigen Modell ist Facebook. Das Unternehmen nutzt die Nutzerdaten sowohl dafür die Werbeschaltungen effizienter gestalten zu können gibt sie aber auch teilweise direkt an Kunden weiter. Mittlerweile gibt es Unternehmen, die ausschließlich durch Facebook-Werbung aufgebaut werden konnten.



Geschäftsmodell #26 License

– Kommerzialisierung von geistigem Eigentum


Bei diesem Modell fokussiert man sich darauf intellektuelle Vermögenswerte zu schaffen, welche zu anderen Unternehmen lizensiert werden können. Dies ermöglicht es Unternehmen sich nur auf die Entwicklung von intellektuellen Vermögenswerten fokussieren zu müssen. Würde es dieses Modell nämlich nicht geben müsste das Unternehmen die intellektuellen Vermögenswerte auf die eigenen Produkte anwenden, wodurch wieder ein Großteil des Geldes in Aufwendungen rund um diese Produkt verschwendet werden würde.


IBM, der US-amerikanische Softwareriese, hat sein Geschäft rund um dieses Modell aufgebaut und das sehr erfolgreich, wie man an den knapp 400.000 Mitarbeitern und dem Umsatz von 82 Milliarden Dollar ablesen kann. Das Unternehmen lizensiert seine Software und ist für ein sehr komplexes Lizenzmodell bekannt.



Geschäftsmodell #27 Lock In

– Zwangsloyalität durch hohe Wechselkosten


Bei diesem Modell wird der Kunde – ähnlich wie beim Customer Loyalty Modell – durch Anreize dazu bewegt dem Unternehmen treu zu bleiben. Im Unterschied zum CL-Modell bestehen diese Anreize nicht in Form einer Belohnung für Loyalität sondern einer Bestrafung für fehlende Loyalität.


Nestle – genauer gesagt Nespresso – ist ein perfektes Beispiel für einen Lock In. Die Kunden kaufen eine Kaffeemaschine, welche mit Kaffee-Kapseln funktioniert. Jeder Anbieter stellt dabei unterschiedliche Kapseln her – die Kapseln von Tschibo passen also nicht in eine Nespresso-Maschine und visca versa. Damit haben die Kaffeeanbieter sozusagen ein Kaffee-Monopol gegenüber all den Nutzern ihrer Kaffeemaschinen. Das gibt ihnen die Möglichkeit die eigenen Preise zu höhen und die Kunden werden bis zu einem gewissen Niveau nicht abspringen – da sonst die Kaffeemaschine nicht mehr nutzbar wäre.



Geschäftsmodell #28 Long Tail

– Kleinvieh macht auch Mist


Anstatt sich auf große Einzelumsätze zu konzentrieren, verdienen diese Unternehmen den größten Teil ihres Umsatzes durch viele verschiedene kleine Einzelkäufe von Nischenprodukten.


Das beste Beispiel ist You-Tube, ein Unternehmen von dem du vielleicht schon einmal gehört hast. Mit einem Video bzw. der Werbung welche auf dieses Video geschaltet wird macht das Unternehmen so ziemlich gar keinen Umsatz. Auch werden einzelne Videos in der Regel nicht sehr viele Millionen mal angeklickt da es sich beim größten Teil der Videos um Nischenprodukte handelt. Aber wenn deine Nutzer pro Minute rund 400 Stunden Videomaterial auf deine Plattform laden, dann macht Kleinvieh auch Mist (und zwar nicht zu wenig).



Geschäftsmodell #29 Make more of it

– Multiplikation von Kompetenzen außerhalb des Kerngeschäfts


Die Vermögenswerte eines Unternehmens werden oft nur für die Produktion der eigenen Produkte genutzt. Oft kann die Zusammenarbeit mit Unternehmen in ganz anderen Bereichen – also die Mehrfachnutzung der eigenen Vermögenswerte – aber zu großen zusätzlichen Umsatzeinflüssen führen.


So nützte Amazon sein Wissen im Umgang mit riesigen Datenmengen und hat daraus die Geschäftseinheit Amazon Web Services kreiert, welche übrigens noch stärker wächst als das ursprüngliche Einzelhandelsgeschäft von Amazon.



Geschäftsmodell #30 Mass Customization

– Individualität von der Stange


Ein Modell welches sich vor allem in den letzten paar Jahren immer größerer Beliebtheit erfreut ist die Massen-Individualisierung. Bei diesem Modell können Kunden Produkte auf ihre Bedürfnisse anpassen und das ohne hohe Stückzahlen zu kaufen oder ähnliches. Durch Innovationen in der Produktionstechnologie mit denen es möglich wird die einzelne Produkte in einer Massenproduktion etwas zu individualisieren kann dieses Modell skalierbar und bei vernünftigen Preisen umgesetzt werden.


Ein sehr bekanntes Beispiel für das Modell der Massenindividualisierung ist MyMuesli ein deutsches Unternehmen. Als Onlineshop hat das Unternehmen mit seinem Angebot zur Individualisierung von Müsli begonnen und hat heute schon Shops in diversen Einkaufshäusern und Städten.


(Das Phänomen der Mass Customization kann man übrigens auch bei der Werbung erkennen. Während man TV-Werbung so schaltet dass jeder Kunde das gleiche sieht, kann man Facebook Werbung bspw. ganz genau auf einzelne Zielgruppen anpassen.)



Geschäftsmodell #31 No Frills

– Alles, außer teuer


Bei diesem Modell geht es darum, die Produkt einfach nur günstig anzubieten auch wenn die Qualität darunter leidet. Mit diesem Modell spricht man dadurch vor allem eine großen Massenmarkt an.


Kik, der Einzelhändler welcher sich hauptsächlich auf Kleidungsartikel fokussiert, ist ein typisches No Frills (schnickschnackloses) Unternehmen und bietet die Produkte wahnsinnig günstig an, worin auch der USP des Unternehmens liegt.



Geschäftsmodell #32 Open Business Model

– Hebeleffekte durch kollaborative Wertschöpfung


Bei diesem Modell besteht ein Hauptfaktor der Wertschöpfung darin, Synergien durch Partnerschaften einzugehen. Dabei sind Unternehmen welche dieses Modell anwenden, immer auf der Suche nach neuen Wegen wertschöpfend mit Lieferanten, Kunden oder anderen Akteuren zusammenzuarbeiten um das eigene Unternehmen zu verstärken.


Die Valve Corporation, ein US-amerikanisches IT-Unternehmen mit Fokus auf Softwareentwicklung, welches unter anderem das Unternehmen hinter Steam ist (einem der größten digitalen Game-Publisher), basiert auf einem Open Business Model. Zum ersten Spiel des Unternehmens namens Half-Life brachte das Unternehmen ein kostenloses “Programm” heraus mit dem es Spielbegeisterten Programmierern von Anfang an möglich war neue Inhalte für das Spiel zu programmieren. Für die Nutzer war dies die Chance das Spiel nach ihren Wünschen mitzugestalten und für Valve gab es kostenlose Softwareentwicklung.



Geschäftsmodell #33 Open Source

– Gemeinsam eine freie Lösung


Bei diesem Modell können alle das Produkt – wobei es sich meist um Software handelt – frei nutzen und in der Regel auch daran arbeiten. Die Umsätze generieren solche Unternehmen oft durch Beratungsdienstleistungen oder andere Services die komplementär zum freien Produkt angeboten werden.


Ein sehr spannendes wenn auch nicht sehr bekanntes Unternehmen welches diesen Ansatz en masse anwendet ist der US-amerikanische Konzern Local Motors. Das Unternehmen nutzt für das Design der eigenen Fahrzeuge Crowd-Sourcing und die dabei entstehenden Fahrzeugpläne werden Open-Source veröffentlicht. Das Unternehmen designt dabei nur die äußeren Komponenten also die Karosserie neu und nutzt für den Rest die Teile von etablierten Automobilherstellern.


Das Unternehmen produziert aktuell ca. 50 Autos pro Jahr in einer kleinen Werkstatt. Die Vision des Gründers ist es, ein Netzwerk an kleinen Werkstätten aufzubauen in denen die Kunde ihre Autos selbst, mit Hilfe von Fachpersonal des Unternehmens zusammenstellen.



Geschäftsmodell #34 Orchestrator

– Dirigieren der Wertschöpfungskette


Dieses Konzept steht in starkem Kontrast zum zuvor besprochenen Integrator-Modell. Bei diesem Modell fokussiert sich das Unternehmen nämlich nur auf eine Kernstärke und sourced den Rest aus, wobei die outgesourcten Schichten der Wertschöpfungskette aktiv koordiniert werden. Dieses Modell hat den Sinn durch die Spezialisierung Kosten zu reduzieren und damit von Skaleneffekten zu profitieren. Außerdem wird durch den Fokus auf nur einen Schritt in der Wertschöpfungskette dieser eine Schritt perfektioniert.


Nike hat dieses Modell zur Perfektion gebracht. Die Grundidee des Unternehmen war es einfach Schuhe aus Japan zu importieren und diese in den USA zu verkaufen. Von diesem Grundkonzept her – welches damals wie heute auf Outsourcing basierte – hat der Gründer Philip Knight den größten Sportartikelhersteller der Welt mit einem Umsatz von 32 Milliarden Euro im Jahr 2016 aufgebaut.



Geschäftsmodell #35 Pay per Use

– Nutzungsabhängige Vergütung


Mit diesem Model spricht man vor allem Kunde an, die ein erhöhte Flexibilität schätzen. Statt fixen Beträgen die man zahlen muss um ein Produkt unbegrenzt nutzen zu können, muss man immer nur dann zahlen wenn man auch konsumiert. Zwar kommt einem das bei hohem Konsum oft teurer als eine Flatrate, doch wenn man ein Produkt nur sehr unregelmäßig braucht lohnt sich ein Pay Per Use Modell für den Kunden.


Car2Go ist das perfekte Beispiel für das Pay-Per-Use Modell. Nach einmaliger Anmeldung mit einer kleinen Gebühr kann man die Autos von Car2Go in jeder Stadt benutzen, zahlt aber für jeden Kilometer den man fährt. Der Vorteil ist aber – wenn man nicht fährt zahlt man nichts.



Geschäftsmodell #36 Pay what you want

– Zahle, wie viel es dir wert ist


Dieses Modell, welches noch sehr in den Kinderschuhen steckt, findet immer mehr Anklang und zwar vor allem bei jungen Start-Ups. Bei diesem Modell muss der Grunde nur das zahlen, was ihm die Leistung wert ist. Während man allgemein glauben würde, dass man mit einem derartigen Modell sofort insolvent geht, funktioniert selbiges erstaunlich gut.


Einer der bekanntesten Wirtschaftspodcast aus Amerika namens Freakonomics basiert genau auf diesem Modell. Der Hoster des – übrigens sehr empfehlenswerten – Podcast Stephen J. Dubner bietet die Zuhörer in regelmäßigen Abständen einen Betrag auf das Konto des Unternehmens zu zahlen und zwar den Betrag den der Zuhörer als leistungsgerecht empfindet.



Geschäftsmodell #37 Peer to Peer

– Von Mensch zu Mensch


Ein weiteres Modell, welches auf Menschlichkeit basiert ist das Peer 2 Peer Modell. Dieses Modell basiert darauf, das alte Prinzip der direkten Tauschgeschäfte wieder aufleben zu lassen. Dabei bieten Konsumenten ander