Agape - universelle Liebe
- Marc

- 12. Sept. 2025
- 3 Min. Lesezeit
"Agape" (griechisch: ἀγάπη) wird oft als eine Form der Liebe bezeichnet, die über persönliche Vorlieben, Gefühle oder Anziehung hinausgeht. Sie gilt als universelle, uneigennützige Liebe, die nicht auf Gegenseitigkeit beruht, sondern aus einem höheren Bewusstseinszustand entspringt.
Im Unterschied zu anderen griechischen Begriffen für Liebe:
Eros = leidenschaftliche, körperliche Liebe
Philia = freundschaftliche, geschwisterliche Liebe
Storgē = familiäre, natürliche Zuneigung
steht Agape für eine Liebe, die nicht „haben“ oder „kontrollieren“ will, sondern das Sein des Anderen achtet und bejaht.
Mark Passio spricht von „Agape“ als höherer Liebe, weil sie nicht auf persönlichem Vorteil, Bedürftigkeit oder Ego basiert. Sie ist Ausdruck des Bewusstseins für die Einheit allen Lebens und für universelle Prinzipien (wie das Naturrecht, das er oft betont).
Man könnte sagen:
Eros und Philia beruhen auf Gegenseitigkeit und schaffen daher auch Abhängigkeit.
Agape hingegen bleibt bestehen, auch wenn keine Gegenleistung erfolgt. Diese universelle Liebe war, ist und wird immer sein. Sie ist immanent in dieser Schöpfung integriert.
Darum wird Agape oft in spirituellen Traditionen als göttliche oder kosmische Liebe beschrieben – eine Liebe, die alles durchdringt und nicht unterscheidet zwischen Freund und Feind.
Universelle Liebe und Naturrecht
Im Kontext von Mark Passios Naturrechts-Lehre bekommt Agape eine sehr präzise Bedeutung. Er ordnet sie nicht nur spirituell, sondern auch moralphilosophisch ein:
Universelle Verbindung
Passio versteht Naturrecht als die Prinzipien, die universell für alle Wesen gelten (wie Ursache & Wirkung im moralischen Bereich: Gewalt erzeugt Leid, Respekt erzeugt Freiheit).
Agape ist für ihn die Haltung, die diese Einheit anerkennt: ein bewusstes Erkennen, dass alles Leben untrennbar miteinander verbunden ist.
Höhere Liebe = Verantwortung
Agape ist nicht nur ein „Gefühl“, sondern ein aktives Prinzip.
Wer in Agape handelt, respektiert konsequent die Souveränität, Freiheit und Rechte anderer Lebewesen.
Sie äußert sich im Verhalten, nicht nur in Emotion.
Als orientierung für den bewussten Menschen dient die Apophase, also was man nicht tun oder vermeiden soll:
Stiehl nicht.
Alles was einem anderen Wesen angetan werden kann ist eine Form von Diebstahl.
Gegensatz zum Egoismus
„Niedere Liebe“ (z. B. Besitzdenken in Beziehungen, Bedürfnisbefriedigung) kann vom Ego verzerrt werden. Sie manipuliert, hält fest, zwingt. Ob subtil oder offen spielt keine Rolle. Moralisch am Naturrecht gemessen ist sie falsch.
„Höhere Liebe“ (Agape) ist frei von Kontrolle, Eifersucht oder Berechnung. Sie erkennt, dass man durch Unterdrückung oder Täuschung letztlich sich selbst schadet, weil alles verbunden ist.
Füg keinem zu, was du nicht willst, was man dir tu.
Diese Haltung und nach diesem Grundsatz zu handeln, ist im Sinne des Naturrechts und damit moralisch richtig.
Naturrechtlich-moralische Konsequenz
In Passios Sicht ist Agape die innere Motivation, das Naturrecht nicht zu verletzen.
Wer aus Agape handelt, wird kein Eigentum verletzen, keinen Zwang anwenden, keine Lüge verbreiten – nicht aus Angst vor Strafe, sondern weil es dem höheren Prinzip widerspricht. Wer dies verinnerlicht, wird wahrlich frei. Und lernt zudem richtiges von falschem Handeln zu unterscheiden. Der bewusste Mensch beginnt das unrecht in der Welt zu erkennen und wendet sich, wo immer möglich von solchem Verhalten ab.
Spirituelle Ebene
Passio verbindet Agape mit dem Bewusstsein für Wahrheit.
Wahrheit erkennen und danach handeln ist für ihn Ausdruck höchster Liebe – weil es anderen Wesen ermöglicht, frei und bewusst zu leben.
Deshalb sagt er oft: „True care“ (wahre Fürsorge) sei die zentrale Kraft, die eine Welt in Übereinstimmung mit dem Naturrecht hervorbringt. Er nennt dies "das achte Prinzip", ergänzend zu den sieben Prinzipien der Schöpfung.
Fazit
Agape ist gemäss Mark Passio die gelebte, höhere Liebe, die sich als Respekt vor Naturrecht und damit der Schöpfung ausdrückt.
Sie bedeutet, Wahrheit, Freiheit und Souveränität nicht nur für sich selbst, sondern für alle Wesen zu wollen – und aktiv danach zu leben.





Kommentare